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Mittwoch, 2. April 2014

Die Kraft des Wandels

Alle Dinge verändern sich und genau das macht ihre Schönheit aus.
Nichts im Leben ist wirklich sicher und Wandel ist allgegenwärtig und sogar ein Naturgesetz. Wenn wir darunter leiden, dann weil wir uns gegen natürliche Veränderungen im Leben wehren und sie nicht wirklich annehmen und sehen können.
Ich stehe grade an so einem Scheideweg, ich ziehe 1200 km von meiner Heimatstadt weg, in der sich über  34 Jahre mein Lebensmittelpunkt mit Familie, ein soziales Netz, großartige Musik- und Kunstprojekte und viele fantastische Freundschaften gebildet haben.
Und jetzt setze ich die Schritte auf die weniger befahrene Strasse und gehe in ein komplett neues Leben in einer neuen Stadt mit neuen Menschen und Erfahrungen. 

Manchmal hab ich wirklich ein wenig Panik davor und muss mich mit Meditation wieder herunterholen. Meist fühle ich aber einfach nur tiefen Respekt vor der Situation und ich spüre, dass alles gut wird, wenn ich mich nur darauf verlasse, dass ich gut genug bin, es auch zu schaffen.
Jeder ist gut genug, Veränderung zu bewältigen, man muss es nur zulassen. In sich hineinlassen. Fühlen, was das Richtige für einen ist.

Chancen, Entscheidungen, Veränderung. Diese drei Dinge sind untrennbar miteinander verbunden. Wir sollten niemals blind gegenüber den Chancen sein, immer mutig genug für Entscheidungen und doch respektvoll und offen für die entstehende Veränderung.

Das gute an der Auseinandersetzung mit der Veränderung war für mich, zu erfahren, wieviel ich über mich selbst schon weiß und wie ich mich in so einer Situation neu kennenlerne. Im Wandel erkennt man Facetten an sich, die einem vorher nicht so bewusst waren.

Was habe ich noch über die Freuden und Leiden der Veränderung herausgefunden:
  • Jeder Wandel wird schmerzhaft, wenn man sich dagegen wehren will oder ihn verdrängen will, mit Alkohol, Essen, TV, Sport, ... Es zählt nur, der Veränderung ins Auge zu sehen und sie anzunehmen wie sie ist und wirken zu lassen.
  • Jeder Wandel hat das Potential, einen selbst einen Schritt näher zu seinem eigentlichen Traum zu bringen. Sei die Veränderung auch noch so klein, ohne Aktion und Veränderung kann nichts Neues entstehen. Und auch die Träume selbst können sich verändern und sich immer mit uns selbst mit ändern. Alles ist hier im Wandel inbegriffen, auch Wechselwirkungen.
  • Jeder Wandel ist die Chance zu etwas Größerem, etwas Neuem. Sogar der ultimativ schlimmste Wandel, wenn eine geliebte Person stirbt, kann uns die Endlichkeit des Lebens vor Augen halten und zeigen, dass wir das Leben ohne diese Person neu schreiben müssen. Und im Bewusstsein dieser Endlichkeit die beste Version unseres Lebens schreiben, die uns möglich ist.
  • Jeder Wandel ist besser handzuhaben, je geringer die Erwartungen sind. Am Besten geht es mir, wenn ich an gewisse Aspekte gar keine Erwartungen habe, sondern die Dinge einfach kommen lasse und fühle, ob es passt oder nicht. Erwartungen führen in den meisten Fällen nur zu Enttäuschung, da das Leben andere Geschichten schreibt, als die, die wir gerne hätten.
  • Jeder Wandel bringt uns mehr, wenn wir ihn voll akzeptieren und annehmen. Wandel hat keine wirkliche Wertigkeit, ist nicht gut oder schlecht, es ist einfach eine Transformation, die uns im Endeffekt immer weiter bringt in unserer Lebensgeschichte.
  • Jeder Wandel ist eine Herausforderung und durch Herausforderungen wird man stärker und wächst innerlich zu einer noch besseren Version von sich selbst heran. Und aus der Akzeptanz dieser Herausforderungen wächst wieder größeres inneres Verständnis und langfristig auch innerer Friede heran, wenn man zu sich selbst sagen kann, man ist der Fels in der Brandung, den keine neue Welle umwerfen kann.

So freue ich mich auf alles was noch kommen mag, damit ich darin aufgehen kann und lernen kann. Und ich schätze die Chancen und den Neuanfang als das was sie sind. Und du?


Sonntag, 30. März 2014

Die richtigen Fragen stellen

Als wir noch Kinder waren, da fiel es uns recht einfach einfach nur fragen zu stellen, weil so vieles neu war und wir es entdecken wollten.
Heutzutage bemerke ich, beschränkt sich das richtige Fragen stellen oft auf Themen rund um Arbeit und Geld. Dabei gibt es so vieles mehr, das eine Tiefe bekommen kann, wenn man es durch die richtigen Fragen ergründet.

Eine Frage an jemand anderen ist ein Ausdruck, ein Ausdruck dessen, was ich in dem anderen sehen möchte und erfahren will.
Oft kommen einfache fragen, wie "Was machst du?" oder "Was arbeitest du?" oder "Wie geht es dir?". Ich finde solche Fragen einfach nur sehr öde und eintönig und antworte nicht gerne drauf. Lieber mag ich es da, wenn Fragen anregen, wenn Fragen etwas hervorbringen oder sogar herausfordern.

Wie wäre es denn einfach mal, dem Gegenüber folgende Fragen zu stellen:

"Was motiviert Dich?"
"Worin liegt deine große Leidenschaft, die Dich Nachts wachhält?"
"Wen und was liebst Du und wie äußerst Du das?"
"Was machst Du, das etwas sinnvolles bewegt?"
"Was ist Dein größter Traum?"
"Wenn Du einen Wunsch hättest, wie würde er aussehen?"

Jeder Mensch hat eine Geschichte und mit diesen und vielen weiteren Fragen bringt man Licht in diese Geschichte, die erforscht gehört. Ich bin überzeugt, jede Lebensgeschichte hat einen Wert und Lehren in sich, man kann mit der Geschichte lachen und mit ihr weinen.
Manches mal hat diese Geschichte auch unbeleuchtete Schauplätze. Wie wäre es also mal zu fragen, welchen Bereich des Lebens jemand gerne mehr nach außen kehren würde oder was jemand gerne im Leben bewirken würde, von dem er nie jemand anders erzählt?

Und bevor Du jetzt anderen Leuten die richtigen Fragen stellst, frage ich Dich etwas für mich sehr Wichtiges: "Hast Du Dir die hier genannten Fragen schon einmal selbst gestellt?"

 Foto: Martin Schlachter - Spanien 2009

Montag, 24. März 2014

Kurzinspiration: Kleine Schritte machen

Der Weg zum Traum beginnt immer mit dem ersten Schritt. Und das ist auch gut so, dass es nur ein Schritt ist... Wir erdenken oft Großes und haben umfangreiche Ideen und wollen alles niederreißen. Oft ist es aber besser, das Ziel fokussiert in kleinen Schritten zu erreichen und sich zu steigern.

Du willst auswandern, weißt aber nicht wie es für dich sein wird: Verbring doch einfach mal ein paar Wochen an dem platz deiner Wahl und schau dir das Alltagsleben an.

Du willst dich selbstständig machen, weißt aber nicht, wie die Idee ankommt: Reduziere doch zuerst die Stunden im fixen Job und mach deine Geschäftsidee nebenbei, bevor sie dich voll trägt.

Du willst einen Marathon laufen, hattest aber noch nie Laufschuhe an: Lauf doch erstmal ein paar Kilometer und dann einen Viertel- und einen Halbmarathon und dann erst die lange Strecke.

Sicher ist: Viele kleine Schritte lassen einen auch die Treppe erklimmen und das Ziel erreichen.


Sonntag, 16. März 2014

Was ist die Komfortzone?

Neulich im Gespräch ist mir aufgefallen, dass ich Begriffe verwende, die zwar für Leute, die einschlägige Literatur lesen sonnenklar sind, manch anderen aber nicht so geläufig.

Daher widme ich den heutigen Artikel einer Erklärung und Beschreibung meines Lieblingsgegners: der Komfortzone.
Der Ausspruch: "This is where the magic happens: Outside your comfort zone!" greift auf sozialen Medien immer wieder um sich. So einfach ist das auch in einen Satz gebracht, denn:

Die Komfortzone ist alles, was verhindert, dass persönliche Weiterentwicklung, Wachstum und neue Erkenntnisse entstehen können. Die Komfortzone ist die Couch in der Lebensplanung, auf der wir lieber herumliegen, anstatt unsere neue Geschäftsidee zu planen, einen Song zu schreiben, uns schriftstellerisch zu betätigen, sportliche Leistungen zu verbessern etc. etc.
Die Komfortzone gibt zwar eine fälschliche Sicherheit, da Handeln in ihr grundsätzlich eher in einem stark persönlich begrenzten Zustand stattfindet, der eine quasi Angstfreiheit herstellen soll.

Die Komfortzone hält uns aber davor zurück, unser volles Potential zu entfalten. Nur wenn ich mit Neuem experimentiere, neue Ideen teste, andere Herangehensweisen wähle oder bewusst Situationen verändere, vor denen ich Angst oder großen Respekt habe, werde ich etwas dazulernen und näher zu den Dingen kommen können, die ich im Leben wirklich will.

Die Angst, die beim Verlassen der Komfortzone auftreten kann ist ein gutes Zeichen, den sie zeigt uns ja auch, dass wir uns selbst nicht egal sind und einen gewissen Respekt vor dem neuen Geschehnissen haben. Sie ist auch nötig, um schlussendlich zu Angstfreiheit zu kommen (nach dem Motto: Ängste konfrontieren).
Der Schritt aus der Komfortzone benötigt Mut, Energie und Fokus, dafür gibt es im Gegenzug mehr Freiheit, mehr Möglichkeiten an die eigenen Träume zu gelangen und vor allem die Chance zu wachsen. Ein fairer Deal, wie mir scheint!

"Das Leben beginnt am Ende der Komfortzone!"


Sonntag, 2. März 2014

Kurzinspiration - Entdecke Neues

Ich starte mit einer Serie Kurzinspirationen, kurz Anstöße oder Zitate, die in wenigen Worten inspirieren sollen.

Wann hast Du das letzte Mal etwas angefangen, dass komplett neu für Dich war?
Wann hast Du etwas gelernt oder geübt, dass du vorher noch nie versucht hast?

Wäre dazu nicht heute ein guter Tag?

Wer glaubt, etwas zu sein, hat aufgehört, etwas zu werden.“ - Sokrates

Dienstag, 25. Februar 2014

Die Kunst von "Ja" und "Nein"

Das "Nein" Sagen... Wer ist es vorrangig, der nicht gerne Nein sagt? Der nette Mensch, der immer für andere da sein will und andere nicht verletzen mag. Gerne stellt man mal die eigenen Bedürfnisse hinten an, damit etwas für andere getan wird, es geht ja ohnehin schnell. Dieser oft trügerische Schluß führt nicht selten zu einem Stress bzw. zu einem sich unerfüllt fühlen, obwohl man etwas getan hat, weil die eigenen Bedürfnisse unerfüllt bleiben.
Warum ist es für viele so hart "Nein" zu sagen: Wir wollen ja immer helfen, brauchen Harmonie, wollen ein angenehmer Geschäfts- oder Beziehungspartner sein und Konflikte vermeiden.
Nun ist es aber so, dass all diese Konzepte ja eigentlich Mißverständnisse unserer persönlichen Wahrnehmung sind. Wenn man "Nein" sagt bedeutet das weder, dass sofort ein Streit herein bricht, noch das man Harmonie gefährdet, nicht hilfsbereit ist oder gar ein schlechter Partner.
"Nein" sagen schützt die eigenen Ressourcen und Bedürfnisse und ist eigentlich ein Recht auf persönliche Freiheit, das jeder hat.

Natürlich soll dies nicht zum kategorischen Nein-Sagen aufrufen. Anderen zu helfen oder sich Kompromissen und Einigungen hinzugeben gehört genau so zum Leben. Mit dem nötigen Selbstrespekt kann man aber ganz einfach vorher prüfen, ob wir die Ressourcen haben oder nicht.

Im Gegenzug dazu fällt es vielen Menschen, oft desselben Menschenschlages "netter Mensch" wie oben erwähnt, aber auch sehr stolzen und unabhängigen Menschen schwer, "Ja" zu sagen.
Ein herzhaftes Ja nämlich dann, wenn jemand Hilfe anbietet. Man will ja niemandem zur Last fallen oder muss sich beweisen, dass man alles alleine ohne Hilfe schafft und lehnt ganz automatisch ab. Manchmal schämen wir uns auch dafür, Hilfe anzunehmen, wenn sie geboten wird.

Stolz und Ego sollten sich hier durchaus einmal hinten anstellen, denn an Mithilfe anderer ist nicht Schlechtes. Oft bieten sich dadurch neue Perspektiven, etwas zu lernen und ein natürlicher Fluß des Gebens und Nehmens stellt sich ein. "Ja" zu sagen heißt auch, einmal zu lernen, die Kontrolle aus der Hand zu geben und etwas anzunehmen. Wie "Nein" sagen ist auch dies durch Übung erlernbar.

Es geht wie bei vielem im Leben bei "Ja" und "Nein" um die Balance, eine ausgeglichene Haltung, die für einen selbst stimmig ist und mit der man weder sich noch anderen schadet, zu finden.


Sonntag, 2. Februar 2014

Mit dem inneren Kritiker zurechtkommen

Wir haben alle eine Stimme unserer Gedanken im Kopf, die die meiste Zeit des Tages mit uns spricht. Wie ein realer Mensch kann sie uns gut zureden, uns anfeuern, aber auch Bedenken äußern, uns kritisieren oder gar sehr grob mit uns umgehen.
Nicht zu selten übernimmt die Stimme die letztere Rolle, wer kennt nicht Sätze wie "Warum bekommst Du das nicht hin?", "Du solltest dies und jenes!", "Du bist nicht gut genug dafür!" etc. Wenn anderen Menschen Missgeschicke passieren, meldet sich die Stimme aber nicht und findet das eher nicht schlimm. An uns selbst hat sie aber dauernd etwas auszusetzen. Diese Stimme ist "der innere Kritiker".

Woher kommt der innere Kritiker eigentlich: Er kommt aus der Kindheit, einer Zeit, in der wir prüfen müssen, ob die Dinge, die für uns neu sind gefährlich sind oder überhaupt einen Sinn machen. In jener Zeit, wo wir vieles ausprobieren und zum ersten Mal machen wirkt er auch beschützend und wie ein Leitsystem, dass uns nicht komplett von der Spur abkommen lässt.
Wenn wir ihm aber in unserem Erwachsenenleben noch eine derart starke Bedeutung geben, wird er schnell zum Diktator.

Wenn der innere Kritiker eine sehr hohe Macht hat, dann merken wir das mit etwas Achtsamkeit. ein ununterbrochener Monolog, kreisende Gedanken, körperliche Anspannung oder Kopfschmerz sind nur einige häufige Symptome.

Der innere Kritiker benutzt oft eine Rhetorik, die Angst oder Schamgefühle hervorruft und uns zum Rückgriff auf alte, nicht wirksame Lösungen oder zu Ausweichreaktionen bringt. Dies ist genau das Gegenteil von Motivation und positivem neugierigem Voranschreiten, welches im Leben erstrebenswerter wäre.

Was also nun, wenn der Kritiker sich meldet. Man kann ihm aufmerksam mitteilen, dass seine Redezeit begrenzt ist und er auch einmal verstummen kann. Dann kann man sich auch einmal in Ruhe Zeit nehmen um hinzuschauen, woher die Argumente und die Angst des Kritikers kommen. Welche Situation löst dies aus? Welche Gefühle habe ich dabei? Was bedeutet diese Situation oder diese Tatsache? Wenn man tief genug gräbt kommt man schnell zur wahren emotionalen Ursache vor. Welcher wahre Wunsch oder welches Bedürfnis steht hinter der Kritik?

Hat man die Wurzel erst einmal erreicht, dann kann man wie im realen Leben vorgehen und dem Kritiker gut kontra geben. Durch das Bewusstsein der wahren Bedürfnisse und Wünsche entkräftet man Argumente und kann die Kritik in positive Motivation umwandeln, dass selbst gewünschte zu erreichen. So steigt man langsam aus dem Karussell des negativen Selbstgespräch aus und fühlt sich nicht mehr als Befehlsempfänger. Denn als selbstbestimmter Kommandant, der mit Klarheit Lösungen finden kann und auf seine Bedürfnisse gezielt reagiert, lebt es sich wesentlich unbeschwerter und man kann Frieden mit dem inneren Kritiker schließen.

Foto: Martin Schlachter - Schweden, 2007